Religionsunterricht

Die Lindenschule stellte 2008 den Antrag für konfessionell - kooperativen Religionsunterricht. Seit dem wird der Antrag bisher, nach Abstimmung in der Fachkonferenz Religion, jedes Schuljahr erneuert.

Die Begründung aus dem Antrag:

  • Unser Grundanliegen wird durch folgendes Zitat von katholischer Seite (aus dem Rundbrief 2/99 der Fachgemeinschaft evang. Religionslehrerinnen und Religionslehrer in Württemberg Seite 26 ) sehr schön zusammengefasst:
  • Lernen miteinander statt übereinander zu reden.
  • Lernen, die Eigenarten des Anderen als Bereicherung statt als Bedrohung des Eigenen zu sehen.
  • Lernen, in der Vielfältigkeit der Ausdrucksformen die Fülle Gottes zu entdecken.
  • Ergänzend fügen wir hinzu: Es gibt in unseren beiden Konfessionen viel mehr Gemeinsames und vergleichsweise wenig Trennendes. Viel zu oft wird vor allem das Trennende gesehen und das gemeinsame Verbindende außer acht gelassen. Diese Sichtweise zu ändern, bietet ein guter konfessionell-kooperativer Religionsunterricht in Klasse 1 und 2 eine echte Chance.
  • Die religiöse Lebenswirklichkeit vieler Schulanfänger hat sich in den letzten 40 Jahren dramatisch geändert. Wo ehemals selbstverständlich war, dass Kinder in der Familie und in der örtlichen Gemeinschaft in das religiöse Leben hineingewachsen sind bis sie in die Schule kommen, erleben wir heute, dass viele Kinder, wenn sie nicht in einem kirchlichen Kindergarten waren, oft keinerlei religiösen Vorerfahrungen im vorschulischen Bereich haben. Waren damals gemischt konfessionelle Ehen eher die Ausnahme, so sind sie heute absolut selbstverständlich.
  • Auch die Eltern sehen diese Lebenswirklichkeit ihrer Kinder so. Bei Befragungen bei den Klassenpflegschaften im September 2001 haben wir erfahren, dass sich alle anwesenden Eltern ganz eindeutig für einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht ausgesprochen haben und teilweise sogar mit großem Unverständnis auf einen konfessionell getrennten Religionsunterricht reagieren.
  • Die Teilung der Klassen speziell für den Religionsunterricht ist für die Schulanfänger überhaupt nicht nachzuvollziehen und bleibt daher unverständlich. Selbst wenn sie einen der beiden konfessionellen Kindergärten in Hohenacker besucht haben, werden sie konfessionelle Verschiedenheit in aller Regel noch nicht erlebt haben. Im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht verbleiben die Kinder im Klassenverband und damit in der gewohnten Umgebung.
  • Durch das Auflösen der Klassenverbände zum Religionsunterricht entsteht vor allem am Anfang eines jeden Schuljahres durch die wieder neu zusammengestellten Religionsgruppen eine erhebliche Unruhe, die sich auf den Beginn dieses Unterrichts sehr negativ auswirkt. Im konfessionell-kooperativen Unterricht werden zwar die Kinder den Raum verlassen (und in der Regel nach Hause gehen), die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Alle anderen bleiben aber an ihrem vertrauten Platz.
  • Beim Vergleich der Bildungspläne beider Konfessionen fällt eine weitgehende thematische Übereinstimmung auf. Geplant ist, dass wir, die evangelischen und katholischen Religionslehrer/innen, gemeinsam diese Themen erarbeiten und dort wo es sinnvoll ist, auch gemeinsam bzw. im Austausch unterrichten.